• Die Ärzte des klassischen Griechenland versuchten die Bisse giftiger Schlangen mit einer Kräutermixtur aus Anis, Fenchelsamen und Kümmel zu heilen. Das Rezept für das Heilmittel war in die Mauer des Asklepieionsvon Kos eingemeißelt. Diese Arznei wurde Theriak genannt. Der Begriff wird erstmals um ca. 170 v. Chr. bei Nikandros von Kolophon, Arzt, Grammatiker und Dichter, erwähnt.

    Antike:
    Die Ärzte des klassischen Griechenland versuchten die Bisse giftiger Schlangen mit einer Kräutermixtur aus Anis, Fenchelsamen und Kümmel zu heilen. Das Rezept für das Heilmittel war in die Mauer des Asklepieionsvon Kos eingemeißelt. Diese Arznei wurde Theriak genannt. Der Begriff wird erstmals um ca. 170 v. Chr. bei Nikandros von Kolophon, Arzt, Grammatiker und Dichter, erwähnt.


    Die Zusammenstellung wurde später um Opium als weitere Zutat erweitert. Die persische bzw. turkmenische Bezeichnung "Teriak" bzw. "Theriaak" für die aus dem Mohn gewonnene Substanz ist eine vermutete Sprachwurzel des Begriffs. Nach einer anderen etymologischen Deutungist der Begriff von dem griechischen Wort therion (= wildes Tier) abgeleitet.


    Im antiken Rom soll Andromachos,der Leibarzt des Kaisers Nero es durch zahlreiche weitere Zutaten u. a. auch durch Vipernfleisch erweitert. Diese Medizin wurde Theriac aandromachi genannt und erfreute sich großer Beliebtheit. Nero soll ihn aus Angst vor einem Giftmord regelmäßig als Gegenmittel geschluckt haben. Auch der römische Kaiser Mark Aurel soll täglich Theriak zur Immunisierung eingenommenhaben.


    Der griechisch-römische Arzt empfahl Theriak mit einem Zusatz von Vipernfleisch als Heilmittel gegen Vipernbisse. Mit zunehmender Verbreitung des Mittels wurde die Zusammensetzung immer komplizierter, bereits Galen beschreibt in seinem Werk „De Antidotes“ eine Rezeptur mit 70 Zutaten.



    Mittelalter:
    Im Mittelalter galt Theriak , oft auch als „Himmelsarznei“ bezeichnet, als ein universelles Wundermittel, das gegen alle nur denkbaren Krankheiten, u. a. auch gegen Syphilis, Pest und Cholera, angewendet wurde. Das Mittel wurde sowohl in seriösen Apotheken, aufbewahrt inkostbaren Gefäßen, als auch von zweifelhaften, umherziehenden Quacksalbern angeboten. Um einen einheitlichen Standard der Rezeptur zu wahren und Fälschungen zu unterbinden, sah man sich vielerorts genötigt, Theriak öffentlich unter Aufsicht von Ärzten, Ratsherrn und Apothekern herzustellen.



    Renaissance:
    Die bedeutendste Fabrikationsstätte für Theriak war Venedig. Die Zubereitung des Venezianischen Theriac wurde als öffentliche, mehrtägige Zeremonie in Anwesenheit höchster Autoritäten mit großem Schaugepränge begangen. Der damals weltweite Handel mit diesem kostbaren und begehrten Medikament trug nicht unwesentlich zum Reichtum der Stadt Venedig bei. Weitere Zentren der Theriak -Herstellung lagen in Deutschland (Nürnberg) Frankreich ( Montpelliers ) und in den Niederlanden (Amsterdam).
    Inzwischen war die Zutatenliste auf bis zu 300 Ingredienzien angewachsen und die Herstellung erforderte eine ausgeklügelte, an magische Riten erinnernde Behandlung.


    Sammelbeitrag Theriak-Verschlüsse
    Theriak Datenbank zu Anschauungszwecken und weiteren Studien



    Hier gibt es noch weitere Informationen zu diesen Verschlüssen: http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,38137.0.html


    Heute bekannt unter Schwedenbitter in abgewandelter Form und ohne Opiate.


    Hier noch einige Bleiverschlüße von Theriakgefäßen:
    sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155590/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155587/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155588/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155589/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155591/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155592/sondengaenger.at/wcf/index.php?attachment/155593/

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