Hallo alle zusammen!
Ein Bericht für alle Sucherfreunde und besonders die, die es noch werden wollen!
Als ich mich vor kurzem dazu entschlossen habe, mir einen Metalldetektor anzuschaffen, hatte ich noch wenig Ahnung von der Materie.
Um ein Haar wäre ich auf eines der unvergleichbar günstigen Angebote bei Ebay hereingefallen. Darin werden Leistungen versprochen, wie sie sonst nur Markengeräte mit zigfachen Preisen haben.
Zum Glück bin ich aber noch rechtzeitig per Google auf Berichte in diversen Foren getroffen, welche diese Angaben etwas relativieren.
Deshalb auch nochmal vielen Dank ans Sucherforum.
Recht schnell wurde mir klar, dass es nicht allein zB. auf Suchtiefe ankommt. Selbst wenn diese Angaben stimmen; was nutzt es mir, ein PKW-großes Objekt in vier Meter Tiefe zu entdecken? Wer will das ausbuddeln? Das ist doch glatte Verarsche und mit Hinweisen auf angebliche "letzte Funde" versucht man nur, unerfahrene potentielle Käufer zu blenden.
Nun ja, ich bin fast darauf reingefallen, vielleicht auch, weil ich mir dachte, zum Einstieg würde so ein Ding ausreichen. Doch gerade einem Anfänger kann faule Technik schnell sein neues Hobby verderben.
Kommen wir aber langsam zu meinen Erfahrungen mit dem Garrett ACE 250, den ich übrigens auch bei Ebay von Privat erworben habe; zum "Sofort kaufen" Preis von 219 Euro - inklusive Spulenschutz, der später noch Erwähnung findet. Der MD (Metalldetektor) war als ein 1 Monat altes Testgerät deklariert, jedoch konnte ich keinerlei Gebrauchspuren entdecken.
Zudem stammt das Gerät ursprünglich von einem Deutschen Händler, was für eventuelle Garantieansprüche (immerhin 3 Jahre Laufzeit) von nicht geringer Bedeutung ist. Ich erwähne das, weil ich den Trend entdeckt habe, MDs wegen nicht unerheblichen Preisunterschieden aus den USA zu importieren. Nach meinem Ermessen kann das aber im Schadensfall zu erheblichen Schwierigkeiten mit großem Kostenaufwand führen und lohnt sich deshalb nur bei höherpreisigen Geräten.
Sicher wird nicht jeder Interessierte so ein Glück haben wie ich, aber ich glaube, der von mir im Internet ermittelte reguläre Neupreis von 270-300 Euro ist für dieses Gerät OK. So ist auch die Einschätzung vieler erfahrenen Sondengänger, wie ich wiederum in diversen Foren ermittelt habe. Häufig ist sogar die Rede davon, dass es noch nie ein Gerät mit ähnlich gutem Preis/Leistungs-Verhältnis gab.
Das klingt jetzt beinahe wie Werbung, doch ich möchte hierin nur konzentrieren, was ich in Stunden mühevoller Internetrecherche zusammengetragen habe.
Jetzt aber zu dem Gerät selbst.
Mir fallen hochwertige, robuste Materialien, gutes Design und saubere Verarbeitung auf. Für so viel Geld kann man das, glaube ich, auch erwarten. Ich weiß nicht, ob billige Asia-Importe solchen Ansprüchen gerecht werden. Schließlich möchte man auch länger mit damit zusammenleben.
Der Zusammenbau der nur drei Einzelteile dürfte selbst einem Blinden keine Schwierigkeiten machen. Ebenso leicht und schnell lässt es sich auch wieder in seine maximal 50cm langen Segmente zerlegen und in einem kleinen Rucksack verstauen, ohne dass lange Stangen wie Gewehrläufe herausragen. Diese Verwechslung soll schon zu größeren Polizeiaktionen geführt haben!!!
Über Bedeutung und Wertigkeit dieser Angaben soll sich jeder selbst Gedanken machen.
Hat man den MD auf die richtige Länge eingestellt und in die Hand genommen, möchte man Ihn nicht mehr loslassen. Er fühlt sich sehr griffig an und wirkt tatsächlich wie ein verlängerter Arm. Mit seiner guten Ergonomie und dem geringen Gewicht von nur 1270 Gramm hat er mich bereits mehrere Stunden am Stück fast Ermüdungsfrei suchen lassen.
Schon das allein bedarf sicher viel Erfahrung seitens des Herstellers und auch hier glaube ich wiederum nicht, dass Billig-Produzenten das erreichen können.
Das man alle Einstellungen am Display allein mit dem Daumen derjenigen Hand, die den MD hält, vornehmen kann, ist ganz gewiss auch nicht selbstverständlich. Ich jedenfalls habe bei wechselnden Bedingungen während des Sondierens häufiger die Intensität oder den Diskriminator (Erklärungen folgen) verstellt, und meist hatte ich währenddessen ein Schippchen oder eine Funzel in der anderen Hand.
Ob dieses häufige Fummeln an der Einstellung üblich oder auf meine Unerfahrenheit zurückzuführen ist, weiß ich allerdings nicht. Auch will ich nicht ausschließen, dass Mängel in der Technik dafür verantwortlich sind. Schließlich ist der ACE 250 ja kein Oberklasse-Modell.
Für mich als begeisterten Gnebbsche-Drigger stellt das jedenfalls kein Problem dar.
Aber um wieder einen Vergleich mit den Abzocker-MDs suchen - Mist, wo hab' ich denn meine Taschenlampe hingelegt?!
Wo wir auch gleich beim ersten augenscheinlichen Nachteil des ACE's angelangt sind. Das sonst so gut durchdachte Display hat keine Hintergrundbeleuchtung. Auch wenn diese sicherlich zu erhöhtem Enerieverbrauch führen würde, hätte ich mir diese gewünscht - am liebsten auf Knopfdruck.
Die bei Tageslicht aber gut sichtbare Darstellung der ausgewählten Modi und erfassten Objekte wirkt auf mich logisch und gut überschaubar.
Obwohl man die meiste Zeit eh mit dem Ohr sucht, ist ein Blick auf die Anzeige oft hilfreich. Auf einer Leiste aus zwölf Segmenten "versucht" der eingebaute Minicomputer, mit mehr oder weniger gutem Erfolg, potentielle Schatzfunde einem bestimmten Metall zuzuordnen.
In drei Bereichen stehen je 2 Segmente für Eisen, 5-6 für Bronze/Gold und 4-5 für Silber.
Trotz der teilweisen Ungenauigkeiten möchte ich diesen Luxus nicht missen.
Dazu gibt es eine Tiefenanzeige in vier Stufen: 5,10,15 und 20cm+?.
Bei Versuchen in Luft sind diese Angaben recht genau, doch bei Funden im Boden haben sie mich teilweise ganz schön genarrt. Meist waren lagen die Objekte viel tiefer als angezeigt. Das ist aber bestimmt ein Anfängerproblem, das Erfahrung mit "mineralisierten" Böden bedarf. Hier bitte ich selbst die erfahrenen Kollegen um Rat.
Weiterhin hat man die Möglichkeit, die Suchleistung in acht Stufen zu Regeln.
Dies hat sich mir, nach anfänglichem Unverständnis, bereits als nützlich erwiesen, als ich unter einer Hochspannungsleitung die Liegewiese eines Badesees absuchen wollte. Die dort auftretenden elektromagnetischen Störungen waren so groß, dass bei maximaler Suchleistung der MD völlig verrücktgespielt hat. Nachdem ich die Leistung heruntergeregelt hatte, konnte ich fast ohne Störungen suchen.
Es soll aber auch noch weitere Umstände geben, die eine geringere Suchleistung erfordern.
Nicht zu vergessen und zu verachten ist die Darstellung der vorhandenen Batterieleistung in vier Stufen. Tragisch wäre sicher das Sondieren mit fast leeren Batterien, ohne es zu merken. Über den Verbrauch, der sicherlich abhängig von der eingestellten Suchleistung ist, kann ich noch nicht viel sagen, doch nach ca. 15 Stunden Einsatz werden an meinem Gerät noch drei Balken angezeigt. Nach Herstellerangaben sollen Alkaline Batterien 20-30 Stunden halten.
Die optische Anzeige wird durch verschiedene akkustische Signale unterstützt. In der Praxis ist es eigentlich anders herum, doch meinem Verständnis nach sind durch die vorhandene Mikroprozessortechnik technisch beide als gleichwertig zu betrachten. Nach gleichem Prinzip wie bereits oben beschrieben werden den erkannten Metallen verschiedene Klänge zugeorndet. Einen tiefen Ton für Eisen, einen höheren für Gold/Bronze und ein Ping für Silber. Der MD hat einen integrierten Lautsprecher und eine 6,3mm Klinkenbuchse. Leider fehlt ein Regler für die Lautstärke, was einen regelbaren Kopfhörer voraussetzt. Ich habe noch keinen und muss mir mit der festgelegten Lautstärke die Ohren zudröhnen. Der Klang ist aber erstaunlich brillant.
Durch den vorhandenen Diskriminator kann man beliebige Klangzuordnungen ausblenden und somit akkustisch gezielt nach speziellen Metallen suchen. Hier gibt es vier verschiedene Voreinstellungen und eine vom Anwender programmierbarer Speicherplatz.
Anfangs habe ich noch geglaubt, die Diskriminatortechnik würde Veränderungen in der Sondierungsmethode bewirken und die Leistung für spezielle Metalle erhöhen, jedoch scheint sie wirklich nur bestimmte Akkustische Signale auszublenden. Jedenfalls lässt die Anzeige darauf schliessen.
Das hat mich etwas entäuscht und ist vielleicht bei Geräten der Oberklasse anders.
Von den technischen Möglichkeiten bleibt nur noch der Pinpointer zu erwähnen, mit dem man auf Knopfdruck Objekte auf den Punkt genau orten kann, ohne die Spule schwenken zu müssen. Gleichzeitig wird hierbei auch die Tiefe angezeigt.
Der Pinpointer funktioniert meist sehr gut, verhält sich aber manchmal paradox und macht mich kirre. Auch hierbei wende ich mich selbst an Geübtere und bitte um Rat.
Zuguterletzt noch ein paar Ergebnisse aus eigenen Versuchen mit dem ACE 250
Nach von mir durchgeführten Tests (Vorbeischwenken verschiedener Materialien vor der Suchspule) habe ich das Gefühl, dass Eisen und Silber am besten erkannt und zugeordnet werden.
Eisenteile werden manchmal (je nach Lage zur Spule eine springende Anzeige) als andere Metalle angezeigt, Nichteisen-Metalle jedoch nie als Eisen.
Halte ich ein 50 Cent-Stück direkt neben ein 6x3x0,5cm Flacheisen, wird kein Eisen angezeigt(!).
Sehr schnelles schwenken der Spule wirkt sich nicht nachteilig auf die Erkennung aus.
Es scheinen nicht nur Objektgröße, Material und Entfernung (Tiefe) von Bedeutung zu sein, sondern auch die Form.
So wurden zB. ein vermeintlich silberner, dreiarmiger Kerzenständer und verschiedende silberne massive Schlangenketten nicht als solche erkannt. Silberne Vase, Milchkännchen, Tablett, Münzen und Besteck jedoch eindeutig. Hierbei bitte ich wieder um fachmännischen Rat.
Hier noch ein Paar Zahlen:
1 Cent - 12cm
2 Cent - 13cm
5 Cent - 15cm
10 Cent - 21cm
20 Cent - 21cm
50 Cent - 23cm
1 Euro - 20cm
2 Euro - 23cm
Alle zusammen - 27cm
Volle Spardose - 53cm
10 DM Silbermünze - 25cm
10 Stück - 30 cm
Eisenlöffel - 33cm
Silberlöffel - 37cm
Kronkorken - 25cm
Flacheisen 6x3x0,5 - 30cm
Hufeisen - 35cm
Bartschlüssel - 23cm
Kristbaumständer/Messing - 60cm
Gieskanne/Zinkblech - 50cm
Wasserhahn/Mesing - 35cm
Armbanduhr/Titan - 37cm
Milchkännchen/Silber - 45cm
Tablett/Silber 21x11 - 45cm
Vase/Silber 10x10x6 - 45cm
Kerzenständer/Silber - 40cm
Goldring - 28cm
Messingblechdose 20x15x7 - 70cm
Taschenmesser mit Stahlklinge und Messinggriff 22cm lang - 35cm
So, ich hoffe, nichts Wichtiges unerwähnt gelassen zu haben und möchte mich mit meinen Besten Empfehlungen für das Gerät vorerst verabschieden. Es nämlich recht spät geworden... Gähn
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